Posts by: karl


Revolutionärer 1. Mai in Berlin: Eine Selbstkritik, eine Aufforderung und ein Vorschlag.

Die Demonstration zum revolutionären 1.Mai in Berlin ist so berühmt wie berüchtigt, so klischeehaft verklärt wie leidenschaftlich gehasst, so groß und voll, wie sie zugleich leer und enttäuschend ist. Der folgende Text handelt von dieser Demonstration. Und er handelt davon, wie sie nicht mehr sein darf, wenn sie wieder etwas werden will. Er handelt aber auch davon, wie wir sie neu erfinden wollen, damit sie weiter besteht und ihre Rolle erfüllen kann. Wir als radikale linke | berlin gehörten, seit es unsere Gruppe gibt, immer zu den Organisator*innen der Revolutionären-1.-Mai-Demonstration. Einige von uns haben schon viele Jahre, bevor wir uns als Gruppe zusammengefunden haben, an dieser Demo mitgearbeitet. Man kann sagen, wir haben diese Demonstration ein wenig „geerbt“. Und dieses Erbe war ein schwieriges. Denn zum einen arbeiten wir heute nach der Regel, Großevents nicht in den Mittelpunkt unseres politischen Projekts zu stellen, sondern den realen Aufbau von Gegenmacht in Basisstrukturen. Zum anderen aber war die Demo stets an eine immense Erwartungshaltung gebunden: Da muss es knallen und rumpeln und überhaupt. Diese Erwartungshaltung, die viele – auch wir – immer an diese Demonstration herangetragen haben, stand in einem totalen Missverhältnis zu dem, was dann am Ende herauskam: ein in weiten Teilen entpolitisiertes Spektakel. Wir haben über Jahre hinweg versucht, diese Demonstration zu politisieren, ihr eine antagonistische Stoßrichtung zu geben. Die Ankündigung, aus der Demonstration heraus ein „Soziales Zentrum“ zu erkämpfen, war ein solcher – gescheiterter – Versuch. Die Durchsetzung der Demonstration ohne Anmeldung ebenfalls. Im vergangenen Jahr scheiterte der Versuch, eine sinnvolle Demonstration aufzustellen, erneut. Deshalb wollen wir einige Überlegungen formulieren, was dieses Jahr anders laufen könnte. (I) Wir denken nicht, dass unter den gegebenen Bedingungen eine politische Demonstration in Kreuzberg möglich ist. Die Aufstandsbekämpfungsstrategie von Bezirk und Senat – Maifest und MyGörli – hat den Kiez an diesem...

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Anarchistischer Aufruf zur 1. Mai Demo in Friedrichshain

Nach einer mehrjährigen Phase der Stagnation und des verlorenen Kräftemessens mit Berlins widerlichstem Straßenfest, dem „Myfest“, weicht das Spektakel nach Friedrichshain aus und ermöglicht damit seine Wiedergeburt als rebellisches Datum. Warum die diesjährige Revolutionäre 1. Mai Demonstration aus anarchistischer Perspektive unterstützenswert ist, soll hiermit zur Diskussion gestellt sein. Die antagonistische Szene in Berlin, gelegentlich als autonom, postautonom, linksradikal etc. bezeichnet, findet über das Jahr verteilt wenige Momente des Agierens. Meistens wird sich auf das Reagieren beschränkt, zwischen Erdogan Besuchen, Naziaufzügen, Polizeikongressen und Repression fehlt oft Zeit und Kraft selbstbestimmt anzugreifen. Der 1. Mai hingegen ist ein Ereignis, bei dem lange Zeit die Bullen und ihre politische Führung vor uns her getrieben worden. Diese Phase ist vorbei, seitdem vom Ursprung 1987 lediglich als Fehlinterpretation die Krawallfixiertheit übrig geblieben ist. Dabei war der Aufstand vor zweiunddreißig Jahren mehr als das hingebungsvolle Umfallen der Bullen im Steinhagel. Er war vor allem das gemeinsame Handeln von Menschen, die irgendeinen, wenn auch nur minimalen Bezug zueinander verspürten. Das existiert in dieser Form heute nicht mehr, die verbliebenen autonomen oder Antifagruppen wursteln vor sich hin, weitgehend ohne Bezug zu den immer noch vorhandenen Gang-Jugendlichen und anderen Frustrierten, Wütenden und Marginalisierten, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen und die trotzdem kein revolutionäres Subjekt sein können. Der Kontakt scheint so dünn wie lange nicht zu sein, jedoch haben einige der vorbereitenden Gruppen vergangener Revolutionärer 1. Mai Demonstrationen, die Kritik an dem Kreuzberger Ritual angenommen und/oder neue Perspektiven für den Tag vorgestellt. Die Situation in dieser Stadt erlaubt ein Ignorieren dieser Entwicklung nicht. Vielmehr werden wir nicht nur in naher Zukunft weitere Abwehrkämpfe führen müssen (Liebig34 … ), sondern wollen wieder selbst zum Angriff auf die Ordnung übergehen. Dafür sind Gelegenheiten der Sichtbarkeit, des Kennenlernens und des Ausprobierens der Organisierungsfähigkeit elementare Voraussetzung. Dabei gilt es,...

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1 Mayıs 2019: Zenginlerin Şehrine Hayır!

Kapitalizm tüm dünyada küçük bir azınlığı inanılmaz derecede zenginleştirirken, insanlığın büyük bölümünü sömürüye, yoksulluğa, yalnızlaşmaya ve geleceksizliğe mahkum ediyor. Hayat şehrimizde de bu sınıf çelişkisiyle şekilleniyor. Birileri devasa otel ve alışveriş merkezi inşaatlarını, milyarlar gömülen BER Havaalanını, artan kiraları ve emlak spekülasyonlarını, turizmi, kısacası toplumdaki her tür hayat belirtisini kâra çeviriyor. Şehir onlar için sınırsız kâr olanağı sunan bir mekandan ibaret: Hayatın her alanında para parayı çekiyor. Biz hepimiz ise, o birilerinin karşısındaki diğerleri, muktedirlerin kâr oyununun dışında kalanlar, yatıracak parası, şirketi olmayanlar, bir işten diğerine koşturmasına rağmen bir sonraki kira zammı yüzünden taşınmak zorunda kalanlarız. Çalışmasına rağmen yoksulluğa mahkum olan ya da Hartz-IV denen cenderede her ay karnımızı doyurma mücadelesi verenleriz. Belgeleri olmayan ve hayatın zorluklarıyla başa çıkmaya çalışırken kriminalize edilenleriz. Özgürlük alanları inşa eden ve ne idüğü belirsiz paravan şirketlerin dinmek bilmeyen açlığı uğruna evlerinden atılanlarız. Şehrin şimdiye dek olduğu gibi zenginlerin şehri olmaya devam etmesi için, şiddet kullanmaktan çekinmeyen polisten SPD‘den Sol Partiye, CDU‘dan AfD‘ye sefaletin idaresinden sorumlu partilere, devlet ve ayakçıkları ellerinden geleni artlarına koymuyor. Bir şeyleri değiştirmek istiyorsak, onlara ve yoz „demokrasilerine“ güvenemeyiz. Mahallelerimizde, okullarımızda ve iş yerlerimizde dostlarımız ve arkadaşlarımızla birlikte örgütlenerek ayağa kalkmalıyız. 1 Mayıs, devrimcilerin dünya çapında sokağa çıkarak bu sisteme karşı direnişlerini ifade ettikleri bir gün. Gelin Berlin‘de de beraberce, kararlı bir toplumsal devrimci eylemle sesimizi duyuralım. 18:00 | Wismarplatz | Berlin-Friedrichshain

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Redebeiträge zum Download | 1. Mai 2018

Wir veröffentlichen hier Reden verschiedener Strömungen als herunterladbare mp3-Dateien. Diese sieben Reden/Dateien können am 1. Mai abgespielt werden – auf den Demonstrationen, die es vor 18 Uhr gibt, aber insbesondere natürlich während der Revolutionären 1. Mai-Demonstration ab 18 Uhr. In Sinne von „Demostimmung selber machen“ rufen wir dazu auf, die Reden/Dateien auf mobilen Soundsystems abzuspielen. Bringt also kleine mobile Anlagen mit! Und wenn ihr an der Route wohnt, stellt Lautsprecher an die Fenster und spielt Musik und die Reden ab. Das wäre großartig. Die Reden tragen zur kämpferischen Stimmung auf der Demonstration bei (und sind ein Ersatz für Lautsprecherwagen, auf die wir in diesem Jahr verzichten werden, weil die Demonstration nicht angemeldet ist). Wir wollen nicht schweigend durch Kreuzberg latschen. Deshalb braucht es neben den Reden auch noch andere Mittel für einen kämpferischen Ausdruck wie beispielsweise lautstarke politische Parolen oder andere Gimmicks. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Bitte lasst euch alle dazu Originelles einfallen. Wir sehen uns am 1. Mai um 18.00 Uhr auf dem Oranienplatz. Die Redebeiträge berühren viele Themen und der hier vorangestellte Begriff ist nur eine grobe Orientierung: 1) Solidarität:   2) Kurdistan:   3) 1. Mai:   4) Arbeit:   5) Antikapitalismus:   6) Rede in kurdischer Sprache:   7) Ungehorsam gegen Autoritarismus:

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Gruß aus Rojava: Revolutionäre Kommunen aufbauen – und verteidigen! | 1. Mai 2018

Aufruf der Internationalistischen Kommune Rojavas zu den 1.-Mai-Protesten in Berlin: Der 1. Mai als historischer Kampftag der Arbeiter*innenklasse hat für uns als revolutionäre Linke eine große Bedeutung. Er ist ein Tag des Kampfes gegen Ausbeutung, Sexismus, Faschismus – und ein Tag, den wir über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg gemeinsam als eine Bewegung begehen. Wir Internationalist*innen Rojavas kommen aus dutzenden verschiedenen Nationen. Unter uns befinden sich deutsche, südamerikanische, spanische, italienische Genoss*innen. Wenn wir miteinander diskutieren, merken wir Unterschiede. Aber wir merken auch viele Gemeinsamkeiten. Diese sollten wir in den Vordergrund stellen, um vereint weiter zu kommen. Wenn Ihr an diesem 1.-Mai unter dem Motto „Revolutionäre Kommunen aufbauen und verteidigen“ auf die Straße geht und die Demonstration nutzt, um die durch die deutsche Regierung kriminalisierten Fahnen tragen werdet, sehen wir das als einen wichtigen Schritt zum weiteren Zusammenwachsen unserer Bewegungen. Und das ist wichtig. Denn auch unser Gegner koordiniert sich. Die Kriminalisierung der kurdischen Bewegung in Europa und die mörderischen Angriffe der Türkei auf unsere Kantone sind zwei Seiten der selben Medaille. Und unser Kampf in Afrin, Kobane und Cizire ist der selbe Kampf wie Eurer in Berlin, Hamburg oder Stuttgart. Dieser Kampf muss aber noch in einem tieferen Sinne international werden. Baut Kommunen, Räte, basisdemokratische Institutionen auch in eurem Land auf. Schafft autonome Frauenorganisierungen. Und sorgt für die Verteidigung des Erreichten. Wir rufen alle, die etwas mit uns verbindet, auf, am 1. Mai auf die Straße zu gehen und jene Fahnen, vor denen sich die Herrschenden in Deutschland und der Türkei so fürchten, hoch zu halten. Lasst euch nicht einschüchtern von ihren Knüppeln und ihrem Tränengas. Eine Bewegung, die Genoss*innen wie Heval Dilsoz, Heval Ronahi und Heval Helin hervorgebracht hat, kann auch mit noch so viel Repression nicht bezwungen werden. Seri Hilde! Serkeftin! Internationalistische Kommune Rojava

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