Posts by: karl


Rote Hilfe: Nach dem 1. Mai – solidarisch gegen Repression

Am ersten Mai waren wir überrascht von der Menge der festgenommenen Genoss_innen. Die Gefangenensammelstellen waren überfüllt, einige mussten außerhalb der eigentlichen GeSa abgefertigt werden. Die Gefangenen wurden auf verschiedene Bezirke aufgeteilt. Einige wurden erst spät wieder freigelassen und es gab mehrere Haftrichtervorführungen. Für die die selbst festgenommen wurden: -In der Vergangenheit war insbesondere dann, wenn die Zahl der Festgenommenen so hoch ist, auch die Zahl der eingestellten Verfahren hoch. -Bei denen ein Verfahren läuft; ihr bekommt als Beschuldigte einen Brief von den Bullen. Der ist überschrieben mit „Vorladung als Beschuldigter“ oder „…zur schriftlichen Einlassung“, diese Briefe können, dürfen und sollten ignoriert werden. -Rat, Kontakt zur Anwält_in und Information über unsere Unterstützung, aber auch zu einem politisch bewussten Verhalten im Prozess bekommt ihr gerne in unserer Beratung: http://www.berlin.rote-hilfe.de/kontakt-sprechstunde/ Unsere Solidarität gegen ihre Repression!   Veröffentlicht von der Roten Hilfe Berlin Ende Mai unter http://www.berlin.rote-hilfe.de/nach-dem-1-mai-solidarisch-gegen-repression/ Das allgemeine Spendenkonto der Roten Hilfe findet sich hier: http://www.berlin.rote-hilfe.de/aktiv-werden/spenden-solikonten/

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Nach dem 1. Mai ist vor dem 1. Mai – EA Berlin zur Demo und U-Haft-Fällen

In der Auswertung der 18 Uhr Demo am 1. Mai 2019 ist uns folgendes aufgefallen: es sind wieder einige Leute mitgenommen worden, vor allem jüngere Menschen. Mindestens eine Person wurde in der Wanne verprügelt. Menschen wurden in zwei GESAs gebracht: Kruppstr. und Wedekindstr. Die Bullen waren wie immer schikanös, haben die Leute angepöbelt und solidarische Menschen draußen angelogen (z.B. sollten in der Wedekindstraße Medis abgegeben werden und die Bullen sagten, dass die Person ist nicht da sei). Leute wurden lange in den Wannen festgehalten und sinnlos die ganze Nacht hin- und hergefahren von den GESAs zum Teil auf andere Bullenwachen im Stadtgebiet verteilt und dann morgens wieder zurück zur GESA oder zum T-damm gefahren. Bei den Vernehmungen gab es extrem lange Wartezeiten, Leute wurden in völliger Unklarheit gelassen, ob es eine Haftrichtervorführung gibt oder nicht. Eine Person wurde mit dem Vorwurf der Vermummung bis zum nächsten Vormittag im Tempelhofer Damm festgehalten, mindestens zwei Leute sitzen zum jetzigen Zeitpunkt noch in U-Haft. Durch die langen Bearbeitungsstraßen, die Hin- und Herfahrerei und die langen Wartezeiten entsteht Langeweile und die Bullen versuchen, Plaudersituationen herbeizuführen. Dies ist Strategie der Bullen und dient einzig und allein dazu, Informationen rauszukriegen. Darüber hinaus muss auch bei Ingewahrsamnahmen und Verhaftungen mit Bullenverhören gerechnet werden. Wie wir gesehen haben, dauern diese Prozeduren beim 1. Mai sehr lange, bereitet euch darauf vor, dass ihr nicht gleich wieder rauskommt. Generell raten wir allen, sich im Vorfeld mit solchen Situationen auseinanderzusetzen und sich darauf vorzubereiten, denn wie immer gilt: Anna und Artur, Aishe und Ahmed halten‘s Maul! Mit solidarischen Grüßen, EA veröffentlicht am 21.5.2019 https://ea-berlin.net/nach-dem-1-mai-ist-vor-dem-1-mai

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Auswertung der Black Pond Antifa – Und jährlich grüßt der 1. Mai

Die traditionelle Revolutionäre 1. Mai-Demo in Berlin sorgt für viel Polarisierung. Ist sie ein festgefahrenes Ritual welches nur noch als Touri-Spektakel taugt, oder ein wichtiger Tag für linksradikale Kämpfe überall? Um den Partymassen beim Kreuzberger Myfest zu entkommen, wurde die Demo dieses Jahr nach Friedrichshain verlegt. Anstelle der, wie so oft, von der Presse hochgehypten Krawalle, verblieb einiges an Verwirrung und Frust. Mit folgendem Text wollen wir uns an der Debatte um den 1. Mai in Berlin beteiligen. Eine entscheidende Frage scheint zu sein, wieviel Verantwortung jeweils organisierte und unorganisierte Menschen übernehmen müssen oder sollen, wieviel Gruppen selbst organisieren und durchplanen und wieviel kann bzw. sollte man von den nicht-organisierten Leuten erwarten? Die Revolutionäre 1. Mai Demo wurde am Bersarinplatz vom Frontblock für beendet erklärt, entgegen dem vorher angekündigten Ende an der Warschauer Straße. Statt aber dort zu enden, und etwa wieder in die Rigaer Straße zurückzukehren, wechselten die führenden Reihen und die Demo ging bis zur Warschauer Straße weiter – wo sie gekesselt und 153 Menschen rausgezogen wurden[1]. Die Rigaer94 fragt sich, ob die Diskurse rund um ungünstige Endpunkte verborgen geblieben sind, oder ob die Organisierten keine genügenden Raumkonzepte angeboten haben, und schließt dann damit, dass „offensichtlich […] aber nur Wenige diese Überlegung geteilt [haben…]“[2]. Wir sehen hier eher die mangelnde Kommunikation als Problem. Etwas, was auch schon bei der diesjährigen Demo gegen den Polizeikongress ein Problem darstellte. Wir glauben nicht, dass besonders viele Menschen überhaupt mitbekommen haben, dass die Demo dort enden sollte. Die Entscheidung, keinen Lautsprecherwagen auf der Demo zu haben, ist nachvollziehbar, nichtsdestotrotz sollte sich für solche Aktionen eine verlässliche Kommunikationsstruktur überlegt werden, und seien es nur ein paar Megafone. Jedoch teilen wir die Kritik, dass „[..] die Reihen, welche die Demospitze ab diesem Punkt übernahmen, [offensichtlich] keinerlei taktisches und politisches Verständnis [besaßen]“[3]. Zumindest diese...

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Einige Hoffnungsschimmer zwischen vielen Fragezeichen – der 1. Mai in der Rigaer Straße

Mit der großen Anzahl an Menschen, die bereit waren an einer nicht angemeldeten revolutionären 1. Mai Demonstration durch Friedrichshain teilzunehmen, beweist sich der Bedarf etwas zu artikulieren, das schwer in Worte zu fassen ist. Wurde doch im Vorfeld, wie übrigens in der gesamten Thematik des Mieten- und Wohnungskampfs, oft von einer Wut geredet und geschrieben, die sich hoffentlich irgendwann entladen möge. Einige Tausend haben sich von dem Motto – Gegen die Stadt der Reichen – angesprochen gefühlt und etwas umgesetzt, dass in der Vorbereitung der Demo nicht selbstverständlich erschien; nämlich dieselbe in Gang zu bringen und gegen eine bundesweite Mobilisierung der Repressionskräfte durchzusetzen. Damit dürfte in Zukunft für vergleichbare Situationen der lange Zeit übliche Kniefall vor dem/der Berliner Polizeipräsidenten/in obsolet geworden sein. Eine Demonstration findet statt, wenn wir es wollen und nicht wenn es eine Behörde gnädigerweise zulässt. Diese Demo war autonom, auch wenn nur eine Minderheit Autonome waren, weil sie sich ihren Weg gesucht hat und ohne Zwischenkundgebungen, ohne Lauti, mit Parolen, Transpis und Schilder, wirklich Allen die Möglichkeit gab irgendetwas zu artikulieren. Wir waren überrascht von den Massen, die an unserem Haus vorüber zogen und freuen uns über die Solidaritätsbekundungen, die das pausenlose Hetzen der Medien gegen uns als bedeutungslos entlarven. Enttäuscht hat uns, dass dieses Potential weitgehend verpufft ist und aus der Stärke der Demo keine Angriffe resultiert sind, sondern alle eher in Konsumhaltung hinter dem Fronttranspi hergelaufen sind. An dieser Stelle sei aber auch gleich gesagt, dass wir uns hier genauso auch an die eigene Nase zu fassen haben. Ob wir den Ausdruck richtig als Zustimmung zu den Bemühungen, einen unregierbaren Kiez, eine widerständige Nachbarschaft bzw. einen rechtsfreien Raum hier im nördlichen Friedrichshain zu etablieren, deuten können, wissen wir nicht. Denn der Raum, den wir zusammen mit der Liebig34 und anderen Nachbar*innen und Freund*innen hier...

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Aufruf der Liebig 34

LIEBIG 34 RUFT AUF ZUM 1.MAI IN FRIEDRICHSHAIN. GEGEN DIE STADT DER REICHEN! Ihr habt es wahrscheinlich alle schon häufig gelesen: Wir, das anarcha-queer-feministische Hausprojekt, Liebig34, im Friedrichshainer Nordkiez ist seit dem 01.01.2019 akut räumungsbedroht (https://de.indymedia.org/node/31598). Die Räumungsklage gegen uns wurde vom Eigentümer Padovicz schon eingereicht. Die Lage ist angespannt und unsere Zukunft ungewiss. Auch die Situation im Nordkiez spitzt sich immer weiter zu. Bullen werden immer präsenter und fahren ständig in unserem Kiez auf und ab. Helis schwirren fast ununterbrochen über unseren Köpfen. Tagesspiegel und co hetzen über uns und unsere Freund*innen. Berlin wartet auf die Krawalle und verkauft Fensterplätze gegen Geld in der Rigaer Straße (https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/krawall-gaffer-berliner-vermietet-ausguck-am-1-mai–32437782()). Geisel schwadroniert in Pressekonferenzen über uns und will uns und unseren Widerstand befrieden. Unser Haus gerät immer mehr in den Fokus der breiten medialen Öffentlichkeit. Und warum? Der 1.Mai kündigt sich an. Der autonome 1.Mai läuft 2019 durch Friedrichshain, zeigt seine Entschlossenheit gegen die Stadt der Reichen, die sich in unserem Kiez gut erkennen lässt. Es gibt kein besseres Bild für den Kapitalismus und seinen Schergen als das Auffahren von Bullen als „Schutz“ vor der CG-Baustelle in der Rigaer Straße. Gröner zittert aus Angst vor Krawallen und der Staat ist Instrument des Spekulanten. Nichts anderes haben wir erwartet. Wir begrüßen, dass der 1.Mai repolitisiert werden soll. Nach Jahren der Partykultur inmitten des „myfest“ in Kreuzberg laufen wir nun in Friedrichshain unter anderem an unserem Haus vorbei. Die Demonstration soll auch an weiteren Häusern vorbeiziehen, die von dem Immobilienhai Padovicz aufgekauft wurden. Allein in Friedrichshain besitzt er um die 200 Immobilien und treibt den Ausverkauf des einstigen Arbeiter*innenstadtteils voran. Padovicz steht so, wie Akelius, Gröner und Konsorten, für ein Berlin, das wir ablehnen – ein Berlin, dass nur Platz hat für den Profit und zu einer Stadt der Reichen verkommt. Dieser Tag...

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